Zukunftsindex 2026: Österreichs Familienunternehmen sind stark – der Standort braucht Aufwind

Österreichs Familienunternehmen blicken mit Zuversicht in die Zukunft. Das zeigt der aktuelle „Zukunftsindex Familienunternehmen 2040“, der von TQS Research & Consulting im Auftrag der Initiative Österreich 2040 erstellt und beim Family Business Summit 2026 in Linz präsentiert wurde. Gleichzeitig macht die Studie deutlich: Während die Unternehmen ihre Hausaufgaben gemacht haben, sehen sie bei den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen erheblichen Verbesserungsbedarf.

Familienunternehmen überzeugen mit Stabilität und Weitblick
Die Studie basiert auf der Befragung von 103 österreichischen Familienunternehmen. Das Ergebnis ist eindeutig: Die Unternehmen schätzen ihre eigene Zukunftsfähigkeit mit durchschnittlich 86 von 100 Punkten ein. Der wissenschaftlich berechnete Gesamtindex erreicht 74 von 100 Punkten – ein solides Ergebnis, das die hohe Widerstandsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit der Betriebe unterstreicht.

Besonders positiv bewertet wurden:
hohe Krisenfestigkeit und Resilienz
strategische Handlungsfähigkeit
langfristiges Denken und nachhaltige Unternehmensführung
starke Identifikation der Eigentümerfamilien mit ihren Unternehmen
solide finanzielle Basis und ausgeprägtes Risikobewusstsein

Bemerkenswert ist außerdem, dass rund 95 Prozent der befragten Unternehmen angeben, innerhalb von ein bis zwei Jahren auf veränderte Marktbedingungen reagieren zu können.

Die größten Herausforderungen liegen außerhalb der Unternehmen
Trotz der positiven Eigenbewertung zeigt die Studie auch deutliche Handlungsfelder auf. Vor allem externe Faktoren erschweren die langfristige Wettbewerbsfähigkeit.

Zu den größten Herausforderungen zählen:
Unternehmensnachfolge
Fachkräfte- und Nachwuchssicherung
nachhaltige Transformation
Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Österreich
Gerade diese Themen werden als entscheidend für die Zukunft österreichischer Familienunternehmen angesehen.

Der Wirtschaftsstandort Österreich steht in der Kritik
Besonders kritisch beurteilen die befragten Unternehmen die aktuellen Standortbedingungen. Nahezu 98 Prozent sehen die Kostenstruktur – insbesondere Steuern, Lohnkosten und Energiepreise – im Vergleich zu anderen EU-Ländern als Wettbewerbsnachteil.

Dennoch bleibt die Verbundenheit mit dem Standort Österreich hoch: 87 Prozent der Unternehmen setzen weiterhin bewusst auf Wertschöpfung im Inland und bekennen sich langfristig zum Wirtschaftsstandort.

Was Familienunternehmen von der Politik erwarten
Die Unternehmen sehen den größten Handlungsbedarf dort, wo sie selbst nur begrenzten Einfluss haben. An erster Stelle stehen Maßnahmen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Besonders häufig genannt wurden:
Abbau von Bürokratie und einfachere Verwaltungsverfahren
Senkung der Steuer- und Abgabenbelastung, insbesondere der Lohnnebenkosten
wirksame Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel
leistbare und sichere Energieversorgung

Jeweils rund 83 Prozent der Befragten sehen insbesondere den Bürokratieabbau sowie die Entlastung bei Steuern und Abgaben als wichtigste Hebel zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts.

Fazit
Der Zukunftsindex 2026 zeichnet ein klares Bild: Österreichs Familienunternehmen verfügen über ein starkes Fundament, hohe Anpassungsfähigkeit und eine langfristige Perspektive. Damit sind sie gut auf kommende Herausforderungen vorbereitet.

Damit diese Stärke auch in Zukunft erhalten bleibt, braucht es jedoch wettbewerbsfähige wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen. Nur wenn Unternehmen und Politik gemeinsam an einem attraktiven Standort arbeiten, kann Österreich seine Rolle als starker Wirtschaftsstandort langfristig sichern.